Delphine von Schauroth

Delphine_von_Schauroth
Delphine von Schauroth“ von Wilhelm Hensel (1794–1861), deutscher Maler – Frauen um Felix. Vortragsreihe Frühjahr 2002, hrsg. von Veronika Leggewie, Würzburg 2002, S. 129. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

(1813 – 1887)

Delphine von Schauroth verbringt ihr Leben fast zeitgleich mit Josephine Lang im gleichen künstlerischen Umfeld, allerdings finanziell gesichert ohne die mühevolle Notwendigkeit des Broterwerbs.

1813 in Magdeburg geboren, erhält sie schon früh bei dem berühmten Pianisten und Lehrer Friedrich Kalkbrenner in Paris Klavierunterricht. Bereits mit neun Jahren gibt sie ihr erstes öffentliches Konzert in Frankfurt am Main, das von der Presse lobend besprochen wird. Von nun an konzertiert sie in ganz Europa bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen, so in Paris, München, London, Nürnberg, Neuburg und Berlin.

1830 trifft sie Felix Mendelssohn  in München. Felix ist begeistert von der blonden, blauäugigen, schlanken Schönheit sowie von ihrer faszinierenden Persönlichkeit und pianistischer Begabung. Er widmet ihr sein brillantes Klavierkonzert in g-Moll op.25  sowie sein Venezianisches Gondellied op.19/2. Da er selten eigene Werke mit Widmungen versah, ist dies ein deutlicher Hinweis auf seine Bewunderung und Verliebtheit. Seiner Schwester schreibt er: “Was mich betrifft, so gehe ich Tag um Tag auf die Galerie und zweimal in der Woche morgens zur Schauroth, wo ich lange Visiten mache; wir raspeln grässlich“.

Delphine von Schauroth heiratete dreimal, doch keine der Ehen war von Dauer. Nach der dritten Trennung lebte sie zunächst bei einer Freundin auf einem Gut in Schlesien, dann in Paris, später in Weimar und dann in München. Bis ins hohe Alter konzertierte sie, wobei neben Bach, Mozart, Beethoven, Weber und Hummel vor allem zeitgenössische Komponisten wie Kalkbrenner, Moscheles, Hertz, Mendelssohn und Chopin auf ihrem Programm standen.

Viele ihrer Kompositionen gelten als verschollen, so auch eine Sonate brilliante c-Moll, die 1836 in der Neuen Zeitschrift für Musik von Robert Schumann lobend rezensiert worden war.

Die Sechs Lieder ohne Worte stammen aus der Zeit um 1830. Es sind lyrische Klavierstücke, die den hochromantischen Stil dieser Zeit mit prägen und denjenigen Mendelssohns in nichts nachstehen.

Weitere Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Delphine_von_Schauroth
http://www.certosaverlag.de/bio.php?c=34

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