Lili Boulanger

„Lili Boulanger“ von en:User:Brian0918 - From en:Wikipedia en:Image:Lili Boulanger.jpg. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.
Lili Boulanger“ von en:User:Brian0918 – From en:Wikipedia en:Image:Lili Boulanger.jpg. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

(1893-1918)

eine Repräsentantin des musikalischen Impressionismus

Als Lili 1893 geboren wird, ist ihre Familie schon seit langer Zeit im Pariser Musikleben aktiv. Der Vater Ernest Boulanger, Komponist und Rompreisträger, heiratet im fortgeschrittenen Alter eine Petersburger Prinzessin Raissa Mychetski. Sie bekommen zwei Töchter: Juliette Nadja 1887 und sechs Jahre später Marie-Juliette Olga, die wegen ihrer zarten Erscheinung nur „Lili“ genannt wird.

Im Alter von zwei Jahren erkrankt Lili an einer Lungenentzündung, die nicht sachgemäß behandelt wird und so ihre Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten aller Art auf ein Minimum herabsetzt. Ein Zusammensein mit anderen Kindern, ebenso wie Schulbesuch wäre für sie lebensgefährlich. So verbringt sie ihr kurzes Leben fast ausschließlich in Sanatorien und Kurorten begleitet von Privatlehrern und der Mutter.

Auch die Schwester Nadja bemuttert und unterrichtet sie. Ab dem 5. Lebensjahr erhält sie Privatunterricht in den Fächern Harmonielehre, Orgel, Klavier, Cello und Harfe.

Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1900 flüchten sich Raissa und die Töchter in eine tiefe katholische Frömmigkeit vermischt mit osteuropäischen und asiatischen Elementen.

1904 tritt die elfjährige Lili zum ersten Mal als Pianistin auf. Sie darf in Gabriel Faurés Kompositionsklasse hospitieren. In den langen Ruhepausen, die ihr auferlegt sind, liest sie sich kreuz und quer durch die Weltliteratur.

Obwohl sie die Natur leidenschaftlich liebt, darf sie nur selten das Haus verlassen. Bis zu ihrem 17.Lebensjahr verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand kontinuierlich. Lili hat sich in den Kopf gesetzt zu studieren und so schnell wie möglich den Rom-Preis zu gewinnen, was ihrem Vater 1835 gelungen war.

Sie besteht die Aufnahmeprüfung am Conservatoire, wo sie verständnisvolle Freunde findet und neuen Lebensmut schöpft.

1912 erfolgt ihr offizielles Debüt als Komponistin. Die Mutter lädt, um die Aufregung eines öffentlichen Konzertes zu vermeiden, die prominentesten Musikkritiker zu einer Soiree in ihre Wohnung ein. Noch im gleichen Jahr meldet sich Lili zum Wettbewerb um den Rompreis an, der den Gewinner zu einem kostenlosen Studienaufenthalt in der römischen Villa Medici berechtigt. Schon in der Vorrunde erleidet sie solche Schwächeanfälle, dass sie keine lesbaren Noten zu Papier bringen kann und ihre Teilnahme zurückziehen muss.

Nach langem Aufenthalt im Sanatorium gelingt Lili 1913 bei der erneuten Teilnahme ein überlegener Sieg. Sie erhält 31 der 36 Stimmen der Jury und wird über Nacht zur internationalen Berühmtheit. Der Verleger Ricordi schließt einen Exklusivvertrag mit Lili, ihre Kompositionen werden publiziert und ein festes jährliches Gehalt garantiert.

Es folgen Aufführungen in großen Konzertsälen und enthusiastische Rezensionen, unter anderem von Claude Debussy.

Das Stipendium in Rom kann aufgrund erneuter Gesundheitsverschlechterung erst mit Verspätung angetreten werden. Im März 1914 erreicht Lili in Begleitung ihrer Mutter die italienische Hauptstadt. Sie erhält ein Turmzimmer im vierten Stock, das sie wegen ihrer Atembeschwerden nur selten verlassen kann. In der Abgeschiedenheit dieses Raumes komponiert sie unter anderem „Trois Morceaux pour Piano“.

Lili Boulanger erliegt ihrem schweren Leiden 1918.

Weitere Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Boulanger
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/lili-boulanger/
http://furore-verlag.de/komponistinnen/uebersicht_a-z/b/

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